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Aktuelles

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Geschrieben am 17.05.2022

Mehrweg für die Gastronomie in Ulm

Unter der Zielsetzung, Ulm nachhaltiger und damit auch sauberer zu gestalten, hat sich auf Initiative des Agenda Büros der Stadt Ulm im vergangenen Herbst ein Arbeitskreis zum Thema „Mehrwegsystem für die Gastronomie“ zusammengeschlossen. Teilnehmer waren neben der Stadt Ulm, der Dehoga Ulm/ Alb-Donau Kreis und dem Ulmer City Marketing die Entsorgungsbetriebe Ulm, der BUND und Greenpeace.

Sonntagmorgen an der Donau: Verpackungsmüll, soweit das Auge reicht, in und neben den öffentlichen Mülleimern, neben Bänken, auf den Wiesen und zwischen den Sträuchern am Ufer. Doch die Abfallflut ist nicht nur auf die Donauwiese oder den Sonntagmorgen beschränkt. Weil Essen und Getränke für unterwegs spätestens seit Corona stark an Beliebtheit gewonnen haben und gleichzeitig Mehrweggefäße in der Gastronomie noch wenig vertreten sind, bleibt oft nur, den Burger in der Pappschachtel oder den Salat in der Polystyroldose zu kaufen. Laut Umweltbundesamt verbrauchen die Deutschen fast 19 Millionen Tonnen Verpackungen pro Jahr, davon ca. 62 %für Nahrungsmittel, Getränke und Heimtierfutter. In Deutschland werden zwar insgesamt über 70 % der Verpackungsabfälle stofflich verwertet, dabei findet allerdings häufig kein echtes Recycling, sondern ein Downcycling statt: das Material verliert an Qualität, ein weniger wertiges Endprodukt entsteht. Auch Materialschwund und Energieeinsatz beim Recycling sind hoch.

Darüber hinaus landen viele Verpackungen nicht in der Verwertung, sondern im Restmüll oder - noch schlimmer - in der Natur. Sind sie aus Kunststoff, haben sie eine hohe Lebensdauer, werden zu Mikroplastik zerrieben, gelangen in Gewässer. So spült die Donau laut Hochrechnungen von Umweltforschern der Universität Wien jeden Tag rund 4,2 Tonnen Plastik ins Schwarze Meer.

Neues Verpackungsgesetz soll helfen

Um die Müllmengen zu senken, trat 2021 ein neues Verpackungsgesetz in Kraft. Seit Juli 2021 sind einige Einweg-Plastikartikel wie Strohhalme oder Wattestäbchen verboten, seit 1. Januar dieses Jahres Plastiktüten, und die Pfandpflicht gilt für alle Einweg-Getränkeverpackungen (außer Tetrapak). Ab 2023 wird es eine Mehrwegpflicht unter anderem für To-Go-Speisen geben: Gastronomiebetriebe ab einer bestimmten Größe müssen ihrer Kundschaft Mehrwegbehälter für die Speisen anbieten und diese auch zurücknehmen, die kleineren müssen von der Kundschaft mitgebrachte Gefäße auf Wunsch befüllen.

Das Agenda-Büro hat letzten Herbst mit weiteren Stakeholdern eine Mehrweg-Initiative für Ulm gegründet, um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen und mit den betroffenen Interessengruppen erste Schritte zu erarbeiten, um auf diese Verpflichtungen vorbereitet zu sein.  

Umweltbewusstsein bei der Kundschaft vorhanden

Dabei unterstützte sie Katharina Turnwald mit ihrer Masterarbeit. In einer nicht repräsentativen Umfrage erfuhr sie, dass 43 % der Befragten aufgrund der Abfallproblematik ganz oder teilweise auf Speisen und Getränke zum Mitnehmen verzichten. Über 50% würden ein Restaurant mit Mehrwegsystem gegenüber einem mit Einweggeschirr bevorzugen. Laut Umfrage fände ein sogenanntes Poolsystem die größte Akzeptanz, bei dem mehrere Gastronomen teilnehmen und es somit mehrere Aus- und Abgabestellen für die Mehrwegbehälter gibt.

Konzentration auf wenige Systeme empfiehlt sich

Die Initiativgruppe empfiehlt den Einsatz möglichst weniger Systeme in der Ulmer Gastronomie, um eine komfortable Dichte an Rücknahmestellen zu erreichen. Turnwald untersuchte rund 10 verschiedenen Poolsysteme, verglich sie miteinander und führte Interviews und Umfragen bei Gastronomiebetrieben durch. Am Ende fanden drei Systeme die größte Akzeptanz sowohl bei der Kundschaft als auch bei den Betrieben: Rebowl, ein Pfandsystem mit Kunststoffgefäßen; Vytal, pfandfrei mit Kunststoffgefäßen und Relevo / Hogaka, ebenfalls pfandfrei, aber mit hochwertigen, transparenten Glasgefäßen.

Das System von Relevo / Hogaka funktioniert mit einer App: die Gäste scannen bei der Ausgabe der Speisen und Getränke den QR-Code auf dem Geschirr, zeigen die Scan-Bestätigung vor und leihen es kostenfrei aus. Innerhalb von 14 Tagen geben sie das leere Geschirr bei teilnehmenden Gastro-Partnern zurück, indem sie den Rückgabe-QR-Code an der Rückgabestation scannen. Wird das Geschirr nicht rechtzeitig zurückgegeben, werden für die Schüssel 10 € und für den Becher 5 € bei der Kundschaft abgebucht. Auch eine Offline-Variante ist verfügbar.

Vytal funktioniert ähnlich, allerdings mit Plastikbehältern. Rebowl arbeitet nach dem vom Mehrwegbecher Recup bereits bekannten Pfandsystem. Für eine Schüssel werden 5 € Pfand bezahlt, für Becher 1 €.

 

Selbst aktiv werden

Die Gastronomiebetriebe müssen ab 1. Januar 2023 eine Mehrweglösung anbieten. Dann kommt es darauf an, dass die umweltfreundliche Alternative auch genutzt wird. Bereits jetzt gibt es in Ulm eine Reihe von Betrieben, die dieses Angebot aus Überzeugung freiwillig machen. Helfen Sie mit, schon jetzt Abfall zu sparen und die Mehrweg-Lösungen in Ulm auszuweiten: Fragen Sie das nächste Mal bei Ihrem Lieblingsrestaurant nach der Mehrweglösung oder schlagen Sie es einem Mehrwegsystemanbieter Ihrer Wahl als Kunden vor. Bei Rebowl können Sie sogar Botschafter*in für Ihre Kommune werden. Kaufen Sie auch Ihre Getränke soweit möglich in Mehrweg-Behältern. Bei der Reduktion der Abfallberge sind wir alle gefragt.

Diese Betriebe arbeiten in Ulm bereits mit Mehwegsystemen

(Stand April 2022, ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Barrel House, Bäckerei Staib, Bella Vista, Der Wilde Wirt, Edeka Dörflinger, Elinaki, Klingenstein Blaustein, Konzertsaal, Lago, Smalah und das Zunfthaus der Schiffleute (Relevo/Hogaka) Gastromenü Catering& Events, Noha Ulm, Oh my Waffle! (Vytal) Brot und Stühle (Rebowl)

Sie kennen weitere Betriebe, die Mehrweg-Geschir anbieten? Einfach eintragen auf kartevonmorgen.org und z.B. mit #mehrweg versehen.

Infos jeweils unter rebowl.de, relevo.de, vytal.org.

Bundesweite Theateraktion »Auf die Plätze! Endlich! Los! 

»Auf die Plätze! Endlich! Los!« Unter diesem Motto starten ab dem 1. Mai 2022 46 deutsche Theater und Theaterfestivals zusammen mit freien Ensembles und Theaterschaffenden einen Staffellauf fürs Klima. Dieser führt über zwei Routen mit insgesamt 30 Stationen durch die gesamte Bundesrepublik von Nord nach Süd, von Theater zu Theater. Der Startpunkt ist am 1. Mai in Recklinghausen und parallel dazu am 2. Mai in Kiel. Am 19. Mai gelangen beide Routen zum Auftakt des Augsburger Klimafestivals »endlich.« feierlich ins Ziel.

An den Stationen werden vielfältige kreative Aktionen, wie z.B. Theaterstücke zur Klimakrise, Szenische Lesungen, Podiumsdiskussionen, Poetry Slams, Konzerte oder auch Aktionen im öffentlichen Raum dargeboten. Ziel der Aktion ist es, ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Theaterbetrieb zu setzen. Dafür gehen die Theater und -festivals buchstäblich los, und zwar so nachhaltig wie möglich, nämlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der Bahn.

Unter den teilnehmenden Theatern befinden sich beispielsweise die Ruhrfestspiele Recklinghausen, das Theatertreffen Berlin, das Theater Dortmund, das Schauspielhaus Bochum, das Pina Bausch Zentrum in Wuppertal, sowie die Staatstheater Karlsruhe und Stuttgart.

Theater Ulm

Der symbolische Apfelbaum-Setzling wird am Mittwoch, 18. Mai, vom Staatstheater Stuttgart und dem LIMA Theater in Esslingen feierlich an das Theater Ulm übergeben, die den Weg zu uns in Etappen zu Fuß zurück legen. Ein Mitarbeiter des Theaters Ulm wird am nächsten Tag die über 70km bis zum Staatstheater Augsburg mit dem Fahrrad fahren und die Apfel-Staffel final übergeben. Das Ziel: das erstmalig vom 19.-22. Mai stattfindende Klimafestival »endlich.« des Staatstheaters Augsburg in Kooperation mit Save the World e.V.

Anlässlich dieser noch nie dagewesenen Aktion veranstaltet das Theater Ulm gemeinsam mit dem Agenda-Büro der Stadt Ulm am 18. Mai einen Markt der Nachhaltigkeit auf dem Theater-Vorplatz. Lokale Akteure und Verbände, die im Sinne der Natur und des vorausschauenden Wirtschaftens handeln – wie beispielsweise das Reparatur-Café Ulm – versammeln sich von 14 bis 18 Uhr und bieten allen Interessierten Informationen und Hilfestellungen für einen klimafreundlichen Alltag. Künstlerinnen und Künstler des Theaters erwecken mit Interventionen und Performances diesen Rummelplatz naturschonender Möglichkeiten auch theatral zum Leben.

Weitere Infos unter: agendabuero@ulm.de

Eine sonnige Zukunft – das wünschen wir allen Kindern.

Die Städte Ulm und Neu-Ulmer rufen ihre Schülerinnen und Schüler und auch alle Kinder aus den Kitas zur Teilnahme an einem Mal- und Kreativwettbewerb auf. Die jungen Künstler sollen im Zeitraum vom 25. April – 27. Juni 2022 das Thema Energiewende und Nutzung der Solarenergie einer sonnigen Zukunft künstlerisch einfangen und zu Papier bringen.

Wir möchten, dass die lokale Energiewende zum Stadtgespräch wird. Und unsere Jüngsten helfen uns dabei und bringen ihre Ideen auf Papier. In fünf Altersgruppen können die Arbeiten digital im Bildformat DIN A3 beim Agenda-Büro der Stadt Ulm eingereicht werden. 

Natürlich gibt’s auch etwas zu gewinnen! Die jeweils drei besten Werke einer Altersgruppe erhalten einen Preis in Form von Einkaufs- und Büchergutscheinen im Wert von insgesamt 750 € und werden auf Plakaten veröffentlicht. Dabei fließen die Bewertungen einer öffentlichen Online-Abstimmung und einer Jury aus Ulmer und Neu-Ulmer Mitgliedern gleichwertig mit ein.

Wir sind schon sehr gespannt und wünschen viel Freude beim Planen, Gestalten, Malen und Werkeln!

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Nähere Infos unter: agendabuero@ulm.de

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Geschrieben am 08.03.2022

Reparatur Cafés

Die Idee, durch Reparaturen mit Nachhaltigkeit gegen die Wegwerfmentalität zu intervenieren, findet immer mehr Anhänger. Reparatur-Initiativen sind auf mehrfache Weise nachhaltig: Dinge, die repariert werden und dadurch länger in Gebrauch bleiben, sparen Ressourcen. Die Eigentümer*innen sparen Geld, weil sie nichts neues kaufen müssen. Wertvolles Reparatur-Wissen wird geteilt und weitergegeben.  Und die Initiativen sind oft ein Treffpunkt für Menschen mit ähnlichen Interessen, manchmal bieten sie sogar ganz im Sinne eines richtigen Cafés Kaffee und Kuchen an und werden zum Ort des Verweilens und des Austauschs im Stadtteil.

Wir haben hier Infos über die uns bekannten Reparaturinitiativen in Ulm zusammengetragen:

- Reparatur-Café Ulm - das Reparatur-Café wird ab 01.01.2022 von der Jugend- und Erwachsenenhilfe

  Seitz gGmbH in Ulm betrieben - jeh-seitz.de

- Reparatur-Café Unterweiler - repa-cafe unterweiler

- Bike Station Ulm in der Magirusstraße - adfc-ulm.de

- Nähwerkstatt im Verschwörhaus  - verschwoerhaus.de

- Reparatur Initiative des Männertreffs Jungingen MTJ - Geplanter Start der
  Reparatur-Initiative ist der 07.April 2022 - MTJ.de

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Geschrieben am 08.03.2022

EARTH HOUR 2022

Earth hour 2022 am 26. März

Auch in diesem Jahr beteiligen sich Neu-Ulm und Ulm wieder mit Abschaltungen der Beleuchtung an verschiedenen Gebäuden an der weltweiten “Stunde der Erde”.

Neu in diesem Jahr: Das Schwerpunktthema Artenschutz.

Unser Programm zur Earth Hour Ulm/Neu-Ulm am 26. März:

18.45 Uhr Mahnwache von Greenpeace Ulm/Neu-Ulm in der Innenstadt (Ort wird noch bekannt gegeben)

19.30 Uhr Online-Vortrag “Licht aus – Nacht an” mit Manuel Philipp, Leiter der Initiative “Paten der Nacht“, Träger des bayrischen Umweltpreises und der bayrischen Umweltmedaille

20.30 Uhr Beginn der Earth Hour. Virtual Spotlight der Earth Hour und Info-Blitzlichter der lokalen agenda und ihrer Partner.

21.30 Uhr Ende der Earth Hour

 

Bitte jetzt schon den Termin notieren! Weitere Infos folgen.

Anmeldung zum Online-Event im Agenda-Büro der Stadt Ulm, agendabuero@ulm.de, Tel. 0731-161-1015. Sie erhalten dann rechtzeitig einen Link zur Teilnahme an der Veranstaltung.

Sie sind mit einer eigenen Abschalt-Aktion dabei? Schreiben Sie uns, wir veröffentlichen alle Abschalter*innen auf unseren Social Media Kanälen! Infos, Anregungen für eigene Aktivitäten und digitale Vernetzungsmöglichkeiten gibt es auf earthhour.org.